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Bundeskongress Design

DIVE'25 Logo
Design trifft Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Erster Bundeskongress Design
  • 8. Mai, 12:30 Uhr bis 10. Mai 2025, ca. 17:00 Uhr
  • Fat Cat(ehem. Gasteig)
  • Rosenheimer Straße 5
    81667 München
  • Now or Never: Jetzt noch Tickets sichern
     320 €

Konferenzbriefings

DIVE’25 wirft Schlaglichter auf zentrale Fragen der Wirkungskraft von Design für Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Und das in fast 30 Sessions mit mehr als 80 Sprecherinnen und Sprecher – gar nicht so leicht, da den Überblick zu behalten.

In unseren Konferenzbriefings stellen wir Ihnen einzelne Themen in kurzen Zusammenfassungen vor. Mit der Konkretisierung des Programms wird sich auch diese Übersicht stetig erweitern. Damit Sie schon jetzt wissen, worauf Sie sich bei der DIVE’25 besonders freuen können.

Design des Erinnerns

Wie lässt sich Erinnerung gestalten? Wie können Design und Architektur dazu beitragen, Geschichte erlebbar und erfahrbar zu machen? Unter dem Titel »Design des Erinnerns« widmen sich zwei Vorträge und ein anschließendes Bühnengespräch diesen Fragen.

Prof. Dr. Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München, das am Vortag nach längerer Schließungszeit wiedereröffnet wird, gibt Einblicke in die Rolle von Gestaltung in ihrer Arbeit. Thilo von Debschitz, der sich selbst als »visuellen Archäologen« bezeichnet, stellt sein aktuelles Projekt vor: »Curt Bloch und sein Unterwasser-Kabarett«. Bloch, der seine Kreativität während der Zeit des NS-Terrors als Überlebensstrategie nutzte, wird damit aus dem Vergessen geholt – ähnlich wie zuvor der Erfinder der Infografik, Fritz Kahn, den Debschitz ebenfalls wieder ins öffentliche Bewusstsein gebracht hat.

Ein besonderes Moment des Programms: Robert Dölle, Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters, wird ausgewählte Gedichte Curt Blochs live auf der Bühne vortragen.

Design und Bildung

»Design und Bildung« – für viele auf den ersten Blick ein unerwartetes Duo. Doch gerade hier eröffnen sich neue Perspektiven und Chancen, wenn Designmethoden in Lern- und Bildungsprozesse integriert werden.

Nach einer Kurzvorstellung des Projekts »New Education Circle« des Designtags durch Boris Kochan wird Veronika Burian über das »Primarium«-Projekt berichten, das den Erwerb von Handschrift in über 40 Ländern erforscht.

Prof. Claudius Lazzeroni ergänzt den Programmpunkt mit einem Impuls über Improvisation als Grundlage interdisziplinären Arbeitens. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion, in der die unterschiedlichen Perspektiven zusammengeführt werden.

Design und Mittelstand

Wie kann Design Innovationsprozesse im Mittelstand begleiten? Und wie wird aus Gestaltung ein erlebbarer Teil von Marke und Dienstleistung?

Im Programmschwerpunkt »Design und Mittelstand« werden diese Fragen anhand konkreter Beispiele diskutiert. Nach einem Videostatement von Gitta Connemann (MdB, Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU) berichtet Guido Wiegand über Markenführung bei Studiosus Reisen unter dem Titel »Design macht Dienstleistung erlebbar«. Der Schuhunternehmer Sebastian Thiess, der sein mittelständisches Familienunternehmen in der sechsten Generation führt, gibt Einblicke in seine Innovationsstrategien und die Rolle von Design im Traditionsbetrieb.

Design zwischen Konsum und Suffizienz

Wie verändert sich der Stellenwert von Design, wenn weniger Konsum nicht Verzicht, sondern Gewinn bedeutet? Und welche neuen Narrative und kulturellen Veränderungen braucht es, um aus der Krise einen Aufbruch zu machen? Darüber sprechen Uli Mayer-Johanssen und Prof. Markus Frenzl – ein lebendiger Austausch, dem man beim Denken zuhören kann.

Unsere Überflussgesellschaft, lange Zeit Inbegriff von Wohlstand und Fortschritt, gerät unter Druck. Ressourcenknappheit, ökologische Krisen und soziale Polarisierung führen uns die Grenzen eines wachstumsbasierten Konsumparadigmas vor Augen. Es wächst die Sehnsucht nach einem anderen Leben – einem, das von Qualität statt Quantität, von Achtsamkeit statt Überfluss geprägt ist.

Design steht dabei im Spannungsfeld zwischen Motor und Mitgestalter des Wandels: Als Disziplin, die Begehrlichkeiten weckt, aber auch neue Bedeutungen stiften kann, trägt sie Mitverantwortung für den Ist-Zustand – und bietet zugleich enormes Potenzial, die Transformation hin zu einem werteorientierten Wirtschaften und Leben zu unterstützen.

In der konzentrierten Atmosphäre der Black Box begegnen sich zwei profunde Gestaltende unserer Zeit: Uli Mayer-Johanssen, langjährige CEO von MetaDesign und Mitglied im Club of Rome Deutschland, und Prof. Markus Frenzl, Professor für Designtheorie und Leiter des Designkulturen Institut für Angewandte Designforschung (dci) an der Fakultät Design der Hochschule München.

Das Bühnengespräch ist eine Einladung zum Innehalten. Zum Perspektivwechsel. Und zur Suche nach Antworten auf die Frage, was »genug« wirklich bedeutet.

Generative KI: Best Cases, Meinungen, Perspektiven

Das Thema KI lässt niemanden kalt. Denn generative KI revolutioniert Markenführung und Kommunikation. Im KI-Slot der DIVE’25 gibt es Best Cases aus dem Agenturalltag, eine Keynote von Markus Petzl, ein Plädoyer von Matthias Hornschuh sowie eine Podiumsdiskussion über Möglichkeiten, Gefahren und Grenzen generativer KI.

Nach drei pointierten Best Cases über den Einsatz von KI in Designprozessen – von Ivana Radovanovic (Mutabor), Lukas Cottrell (Peter Schidt Group) sowie Florian Rabl und Vincent Powell (Ice Space Studios) – öffnet die anschließende Podiumsdiskussion den Raum für eine übergreifende Einordnung: Welche Potenziale offenbaren sich in der konkreten Praxis – und wo beginnen die Grenzen? Welche Rolle spielt Disruption als Antrieb und Herausforderung zugleich? Wie können wir aus den präsentierten Best Cases gemeinsame Lehren ziehen – für eine kreative wie verantwortungsvolle Nutzung von KI?

Mit der Keynote vom Wiener Disruptive-Experten Markus Petzl im Rücken und dem klaren Plädoyer von Matthias Hornschuh für einen robusten Rechtsrahmen, treffen in diesem Panel unterschiedliche Sichtweisen aufeinander – aus Agenturen, Gestaltung, Recht und Strategie. Im Zentrum steht der Versuch, das Spannungsfeld von Design, Technologie und Regulierung konstruktiv zu verhandeln.

Digital Design und next UX als Erfolgsfaktoren

Digitalen Wandel ohne Designkompetenz erreichen zu wollen ist ein Rezept zum Scheitern. Richtig eingesetzt ermöglicht Digital Design Lösungen, die nicht nur funktionieren, sondern sich auch wirtschaftlich rechnen. Dr. Martina Beck, Dr. Kim Lauenroth und Linda Ruth Schmidt diskutieren im Carl-Orff-Saal über Digital Design als entscheidenden Erfolgsfaktor.

In unsicheren Zeiten und angesichts zunehmender Krisen ist es wichtiger denn je, Ressourcen gezielt und wirksam einzusetzen. Doch gerade in Digitalisierungsprojekten werden enorme Potenziale verschenkt: Technologien werden überstürzt gewählt, fachliche Anforderungen bleiben vage, und gestalterische Kompetenzen werden oft erst spät oder nur am Rande eingebunden. Die Folge sind ineffiziente Prozesse, digitaler Müll, also Produkte mit geringer Nutzungsrate – und massive Fehlinvestitionen.

Digital Design setzt genau hier an: als strategischer und ganzheitlicher Gestaltungsansatz, der technische, wirtschaftliche und menschliche Perspektiven von Beginn an integriert. Richtig eingesetzt, sorgt es für Klarheit im Problemverständnis, stärkt die Zusammenarbeit im Team und ermöglicht Lösungen, die nicht nur funktionieren, sondern sich wirtschaftlich rechnen. In einer Zeit, in der Budgets schrumpfen und Fehlentwicklungen teuer sind, wird Digital Design zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Dr. Martina Beck, CEO beim Tech-Unternehmen MaibornWolff; Kim Lauenroth, Professor für Digital Design und Linda Ruth Schmidt, Designerin und Vizepräsidentin des Verband Deutscher Industrie Designer e.V. (VDID) diskutieren anhand konkreter Erfahrungen aus Verwaltung, Wirtschaft und IT warum Digital Design kein Nice to have ist, wie sich Entscheider:innen davon überzeugen lassen, ganzheitliche Gestaltung nicht als Kostenfaktor, sondern als echten Business-Booster zu sehen oder warum Design der Schlüssel für wirtschaftliche Resilienz in der digitalen Krise ist.

Design und Gender

Mind the Gap: Von Crashtest-Dummies bis zu Medikamenten – vieles in unserer Welt orientiert sich an Männern Welche Ideen hat Design für eine geschlechtergerechte Welt? Wie kann Design Stereotypen und Diskriminierung aktiv entgegenwirken?

In ihrem Vortrag »Mind the Gap: Warum Gendersensibles Design zählt!« zeigt die Designerin, Forscherin und Vorsitzende des international Gender Design Network, Claudia Herling, wie der Gender Data Gap – das Fehlen oder die Verzerrung geschlechtsspezifischer Daten – die Gestaltung unserer Welt prägt – vom Gesundheitswesen und der Stadtplanung bis hin zu digitalen Produkten und künstlicher Intelligenz. Denn wenn Frauen, nicht-binäre und trans Personen in Daten und Prozessen fehlen, fehlen sie auch in den Dingen, die wir gestalten. Produkte passen nicht, Interfaces diskriminieren, Systeme schließen aus. Design muss Geschlecht mitdenken!

Wie Jugendliche über Geschlecht denken, welche Rollen sie Frauen, Männern und Menschen jenseits dieser zwei Kategorien zuschreiben – und was das für gesellschaftliche Gestaltung im Kontext Schule bedeutet, untersucht Dr. Julia Pierzina, Interventionsdesignerin und Vorstandsmitglied des international Gender Design Networks. Sie gibt Einblicke in ihre aktuelle Studie zum Genderverständnis von Jugendlichen. Ihre Erkenntnisse zeigen: Design muss eingreifen, um tradierte und einengende Haltungen zu überschreiten.

Design zwischen Kreativität und Verantwortung

Kann ein Kleidungsstück schön sein, wenn es von Näherinnen unterhalb des Existenzminimums produziert wurde? Wie gut kann eine Kampagne gestaltet sein, wenn sie auf einer Plattform läuft, die nachweislich das Risiko für Essstörungen bei jungen Nutzerinnen erhöht?

Willkommen im Dilemma – für Florian Pfeffer der produktivste Ort für Gestaltung, Politik und das Leben an sich. In seiner Konferenz Keynote »Die Welt gestalten – Vom Entwerfen und Verantworten« spricht der Designer, Politiker und Unternehmer davon, dass es nicht mehr ausreicht, nur über das Verhältnis von Form und Funktion nachzudenken. Jedenfalls nicht, wenn man Dinge gestalten will, die wirklich etwas Positives bewirken – etwa beim Aufbau einer Kreislaufwirtschaft, im Umgang mit Künstlicher Intelligenz oder im Kampf gegen die demokratiezersetzende Kraft sozialer Netzwerke. Echte Veränderung bedeutet, die Systeme hinter den Objekten mitzugestalten – die Bedingungen, unter denen sie entstehen.

Im Anschluss an seine 25-minütige Keynote können Teilnehmende der DIVE’25 Florian Pfeffer noch in einer Podiumsdiskussion erleben. Moderiert von Julia Peglow diskutiert er mit dem Kuratorium der DIVE’25: Prof. Markus Frenzl, Karin Schmidt-Friderichs, Prof. Mike Richter, Boris Kochan sowie Prof. Sabine Resch.

Design und Marke

Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten heute von »ihren« Marken nicht nur ein gutes Produkt, sondern auch Transparenz und Glaubwürdigkeit. Zwei Vorträge widmen sich dem Thema Nachhaltigkeit in der Markenstrategie.

Warum Gestaltung erst dann wirkt, wenn aus Haltung Handeln wird, erklärt Martin Summ. Der Geschäftsführer und Chief Creative Director der Münchner Agentur Kochan & Partner stellt eine aktuelle Studie von Kochan & Partner zur Nachhaltigkeit in der Markenführung im Mittelstand vor. Sie zeigt, dass viele Unternehmen Werte inszenieren, die sie intern nicht konsequent leben. Das gefährdet Glaubwürdigkeit und Vertrauen – nicht nur bei Kundinnen und Kunden, sondern auch bei Mitarbeitenden. Martin Summ präsentiert an einem konkreten Fallbeispiel, wie eine Brand Strategy nicht nur Bilder schafft, sondern Überzeugungen sichtbar macht. Und warum Marken, die ihre Werte ehrlich gestalten, die stärkste Anziehungskraft entwickeln.

Mehr Schein als Sein funktioniert heute nicht mehr. Davon ist Dirk Huesmann, CEO bei wirDesign überzeugt. Verantwortung zu übernehmen sei eine Notwendigkeit, und kein »grünes Deckmäntelchen«. In seinem Vortrag zeigt er, dass Brand Performance durch Verantwortung funktionieren kann: Denn ein aktives Engagement für gesellschaftliche Belange verbessert die Reputation und Resilienz einer Marke erheblich. Marken, die führend in ökologischen Initiativen sind oder soziale Projekte unterstützen, werden oft als Vorreiter in ihrer Branche wahrgenommen und erlangen eine differenzierte Positionierung im Markt.

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